Masterprogramm Digital Germany

 19.01.2016 -

Anstatt den technischen Fortschritt mit Schreckensszenarien zu verbinden, täten wir gut daran, uns bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien etwa im Bereich der Robotik oder des Internets der Dinge an die Spitze zu stellen. Die Prognose, die voranschreitende Digitalisierung und Automatisierung zögen massenweise Arbeitslosigkeit nach sich, entbehrt einer seriösen Grundlage.

Veränderungen haben immer schon zu Unsicherheiten geführt. Bereits zu Zeiten der industriellen Revolution im England des 18. und 19. Jahrhunderts glaubte man zu wissen, dass Erfindungen wie die „Spinning Jenny“ zu Massenarbeitslosigkeit und Hunger führen würde. Stattdessen hat der Fortschritt Millionen Menschen in Europa aus der Armut geführt!

Wir Freie Demokraten plädieren für German Mut statt German Angst. Anstatt Ängste zu schüren, müssen die Menschen in die Lage versetzt werden, mitzuwirken und positiven Nutzen aus neuen Technologien zu ziehen.

Deutschland mit seiner langen Tradition im Maschinenbau und Ingenieurswesen ist grundsätzlich bestens aufgestellt. Unternehmen wie Bosch mit seiner großen Softwareabteilung setzen bereits jetzt auf Zukunftstechnologien.

Klar ist aber, dass auch die Politik die Zeichen der Zeit erkennen muss. Schwarz-Rot muss endlich aufwachen! Aufgabe der Politik ist es, die Umwälzungen durch die digitale Revolution so zu begleiten, dass Erfindergeist, Kreativität und Unternehmertum nicht die Luft zum Atmen abgeschnürt wird, sondern Unternehmen ebenso wie die Wissenschaft Zukunftstechnologien entwickeln und zur Marktreife bringen können.

Die Innovationsschwäche im Mittelstand muss überwunden werden. Wir brauchen Programme für den Technologietransfer, Finanzierungsquellen sowie Steuer- und Bürokratieabbau, damit auch wieder investiert werden kann – ein „Masterprogramm Digital Germany“. Notwendig ist auch eine Infrastruktur-Offensive mit angemessenem Breitbandausbau nach dem Motto: „Bitte ein Gigabit“.

Wir brauchen politische Strukturen, die den Menschen nicht als Zahnrädchen einer großen Maschine sehen, sondern als Kreativpool, der sich entfalten kann, wenn er denn gelassen wird.

Was wir nicht tun dürfen, ist, alte Strukturen zu zementieren, uns abzuschotten, mit Subventionen längst überholte Technologien und Aufgabenfelder zu erhalten versuchen. Nur dann können wir Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa sichern.

Wir Freie Demokraten setzen auf zukunftsorientierte Bildung, wobei die Digitalisierung nicht als Teufelszeug verdammt wird, sondern konstruktiv im Unterricht genutzt wird. Dass die MINT-Fächer wichtiger werden, dass der IT-Bereich ein Zukunftsfeld ist, in die auch mehr Frauen einsteigen sollen, das sind wichtige Informationen, die die Studie des Weltwirtschaftsforums bestätigt.

Auch auf europäischer Ebene müssen wir tätig werden. Ich fordere seit langem eine Anpassung des Wettbewerbsrechts an das digitale Zeitalter. Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission marktbeherrschende Konzerne wie Facebook gewähren lässt, sich umgekehrt aber europäische Unternehmen nicht zu globalen digitalen Champions entwickeln können.

Am wichtigsten ist es, unsere Zuversicht in die Zukunft nicht zu verlieren. Deswegen müssen wir jetzt auch in diese Zukunft investieren: in Bildung, in die Menschen, in die (digitale) Infrastruktur.

Mit „blauem Wachstum“ wollen wir dies nachhaltig tun – so, dass nicht Verzicht, sondern Fortschritt an erster Stelle steht. Damit der nächste Schritt für unser Land ein Schritt in eine bessere Welt ist.


Dieser Beitrag ist auch als Gastbeitrag für die „Huffington Post“ erschienen: http://www.huffingtonpost.de/michael-theurer/digitale-revolution_b_9008392.html?utm_hp_ref=germany

 

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