ARD-Panne bei der Bundespäsidenten-Wahl

24.05.2009

Wie die Macht der “alten” Medien bröckelt und wie das Netz zunehmend die Art und Weise der Berichterstattung beeinflusst, und warum in den USA das Fernsehen und die Presse als Newsträger längst vom Netz abgelöst worden sind, zeigt die Berichterstattung über die Bundespräsidentenwahl. Während der Wahl wusste die Twitter-Gemeinde das Ergebnis lange vor dem Fernsehzuschauer. So wird die Inszenierung von Politik durch den (öffentlich-rechtlichen!) Rundfunk entlarvt.

Wie so oft war die Twittergemeinde klar im Vorteil. Mindest zwei Mitglieder der Bundesversammlung (@garreltduin, @UlrichKelber) hatten das Ergebnis längst verbreitet, als sich die Medien immer noch in gekünstelter Schweigsamkeit versuchten. Die Nachricht verbreitete sich schnell (1, 2, 3) und ich war ein Moment lang der Meinung, die ARD könne womöglich gar nicht live senden.

Endgültig zur Farce wurde die Politshow als die ARD sich nicht blöd war, die offenbar bereits informierten Agenturen zu zitieren, als Beleg für die eigene “Vermutung” der erfolgreichen Wiederwahl.

Natürlich sendete die ARD live, genauso wie andere Fernsehsender oder tickernde Online-Medien. Doch statt die Zuschauer zu informieren, haben sie sich zum Nebendarsteller in dem schlecht inszenierten Theater der Bundestagsverwaltung machen lassen.

http://www.50hz.de/bundespraesidentenwahl-unwuerdiges-theater/

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