Die Nerven liegen blank
Der Bundeskanzler bezeichnet bei seiner Wahl zum niedersächsischen Spitzenkandidaten seiner Partei die derzeitigen Vertreter von CDU, CSU und FDP als Penner, die in den 90er Jahren die Reformen verschlafen haben. Die Nerven müssen bei Rot-Grün ziemlich blank liegen, wenn schon der Bundeskanzler zu so einer Wortwahl greift. Dass er in den 90ern zusammen mit dem jetzigen Postkommunisten Oskar Lafontaine zu den größten Reformverweigereren (Steuereform 1998 am Bundesrat gescheitert, Rücknahme aller schwarz-gelben Reformen zu Beginn seiner Regierungszeit) gehört hat, verdrängt er bewußt. Aber sei’s drum. Die Union wird morgen ankündigen, die Mehrwertsteuer um 2-Punkte erhöhen zu wollen. Da scheint es mit dem Reformmut schon jetzt ziemlich vorbeizusein. Statt den Druck auf dem Kessel zu lassen und durchgreifende Reformen und die Reduzierung der Staatsausgaben anzugehen, setzen die Schwarzen auf einfallslose Steuererhöhung. Immerhin wissen jetzt die Wählerinnen und Wähler wenigstens woran sie sind. Einzig die FDP setzt auf Steuersenkung. Alle anderen wollen Steuererhöhungen.