Genscher mit Freiheitspreis der Naumann-Stiftung ausgezeichnet
Frankfurt/Main – Der langjährige frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher ist mit dem ersten Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet worden. Der FDP-Politiker habe mit seinem politischen Engagement als Außenminister der Bundesrepublik Deutschland einen Beitrag für die Freiheit von Millionen von Menschen erbracht, erklärte die FDP-nahe Stiftung am Samstag in Frankfurt am Main. Genscher war von 1974 bis 1992 Außenminister.
„Hans-Dietrich Genscher hat wie kein anderer Impulse für Verständigung, Sicherheit, Frieden und Freiheit in Deutschland und Europa gegeben. Er ist einer der Architekten der Deutschen Einheit – und er ist ihr Gesicht. Es gibt wohl nur wenige deutsche Bürger, die sich nicht mit Rührung und Ehrfurcht an die dramatischen Wochen des Herbstes 1989 erinnern – und wie er am 30. September vom Balkon des Palais Lobkowitz in Prag aus den im Park ausharrenden DDR-Flüchtlingen die Nachricht von ihrer Ausreisemöglichkeit überbringen konnte“,
erklärte die Vorsitzende der Jury des Freiheitspreises, Karen Horn.
Der 79-jährige Genscher erhielt den Preis aus den Händen des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Wolfgang Gerhardt, und dem Kuratoriumsvorsitzenden Jürgen Morlock. Der Freiheitspreis wurde im Rahmen eines Festakts in der Frankfurter Paulskirche erstmals verliehen. Mit dem Preis sollen Persönlichkeiten gewürdigt werden, die Impulse für die Entwicklung einer liberalen Bürgergesellschaft gegeben haben und so zur Fortentwicklung freiheitlicher Ziele und Werte in Deutschland und in Europa beitragen. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker hielt die Laudatio auf Genscher.
http://www.fnst.de/
Siehe dazu auch http://www.welt.de/data/2006/11/24/1123133.html
„Freiheit ist nicht nur etwas für elitäre Zirkel“
Die Friedrich-Naumann-Stiftung verleiht am Sonntag zum ersten Mal den „Freiheitspreis“. Erster Preisträger ist der ehemalige deutsche Außenminister Hans Dietrich Genscher. WELT.de spach mit dem früheren FDP-Fraktionschef im Bundestag, Wolfgang Gerhardt, der die Laudatio halten wird.
…”WELT.de: Ein Einwand, der gegen den Begriff „Freiheit“ oft erhoben wird, ist: Freiheit sei nur etwas für Leute, die es sich leisten können. Wie wollen Sie die Menschen davon überzeugen, dass mehr Freiheit auch für sozial Schwächere von Vorteil ist?
Gerhardt: Man muss ganz klar sagen: Ohne soziale Sicherheit ist Teilhabe an Freiheit unmöglich. Niemandem in Afrika, der nicht weiß, wie er seinen täglichen Lebensunterhalt bestreiten soll, nutzt es etwas, wenn man ihm freie Wahlen in drei Jahren verspricht. Der politische Liberalismus muss deshalb klar machen, dass es einer sozialen Sicherung bedarf, damit Schwache menschenwürdig leben können. Es geht um eine Kombination von freiheitlichem Ethos und Humanismus. Nicht vom Staat abhängig sein zu wollen und zugleich Soziales für die Allgemeinheit zu leisten – dafür stand für mich vorbildlich Albert Schweitzer.”
Mehr dazu http://www.welt.de/data/2006/11/24/1123133.html