Schröders Erbe: Ostseepipeline fast doppelt so teuer wie geplant
Falsche Planung mit unangenehmen Folgen: Der russische Gasmonopolist Gasprom hat die Kostenschätzung für die Ostseepipeline deutlich nach oben korrigiert. Statt wie bisher fünf Milliarden Euro soll das umstrittene Projekt jetzt fast 7,4 Milliarden Euro kosten.
Moskau/Düsseldorf – Die Schätzungen sind neu und sie werden nicht für besonders viel Freude sorgen: Die umstrittene Gaspipeline durch die Ostsee wird nach neuesten Schätzungen der Betreiber mehr als zwei Milliarden Euro teurer als ursprünglich geplant. In einem Schreiben an die Investoren bezifferte der russische Gasprom -Konzern die Kosten auf 7,4 Milliarden Euro. Ein Sprecher des Betreiberkonsortiums Nord Stream bestätigte die Summe.
Ursprünglich hatten die Partner, zu denen der Energiekonzern E.on und der Chemieriese BASF gehören, mit mindestens fünf Milliarden Euro gerechnet. Durch die Pipeline soll ab 2011 Gas von Russland nach Deutschland strömen. In den vergangenen Monaten war bereits deutlich geworden, dass die Kalkulation aus dem Jahr 2005 nicht zu halten sein wird. Der Aufsichtsratschef von Nord Stream, der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, hatte erklärt, die Kosten könnten acht Milliarden Euro übertreffen. Die Betreiber kämpfen mit drastisch gestiegenen Stahlpreisen und Arbeitskosten.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,544523,00.html



