
Berlin (AFP) — Die FDP wird vermutlich doch mit einer Koalitionsaussage in den kommenden Bundestagswahlkampf ziehen. Es spreche “viel dafür, dass wir vor der Bundestagswahl eine Koalitionsaussage machen”, sagte FDP-Chef Guido Westerwelle dem Magazin “Cicero”. Die Gemeinsamkeit der Liberalen mit der Union sei dabei, “trotz ihres Linksrutsches und trotz ihrer gelegentlich altkonservativen Züge, immer noch größer als das, was uns mit den
Sozialdemokraten und den Grünen verbindet”.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe am “Linksrutsch” ihrer Partei “leider ihren Anteil”, kritisierte Westerwelle. Er beobachte allerdings, “dass das nicht auf ungeteilte Freude in CDU und CSU stößt”. Er rechne damit, “dass die Union klar sagen wird, dass sie Deutschland mit der FDP regieren möchte”. Die FDP werde aber “keinen Lagerwahlkampf führen”, sagte der Parteivorsitzende.
Westerwelle wollte bislang keine Koalitionsaussage für die Bundestagswahl 2009 abgeben. Er hatte sich sogar ausdrücklich die Option einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen offen gehalten und dafür die Rückendeckung seiner Partei eingeholt.
Ziel seiner Partei sei es, “frühere Unions-Wähler zu gewinnen, die etwa die Planwirtschaft im Gesundheitswesen ablehnen”, sagte Westerwelle dem Magazin weiter. Zugleich sollten “bürgerliche Sozialdemokraten” gewonnen werden, “die die Koalitionsvorbereitungen mit den Sozialisten und Kommunisten ebenso schrecklich finden wie wir”. Und es sei “natürlich auch das erklärte Ziel, realpolitische Grünen-Wähler zu überzeugen”.
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