Die sinnlose Politik der schwarz-roten Koalition in Sachen Erbschaftsteuer vertreibt nun wohl endgültig einen Meilenstein der baden-württembergischen Wirtschaft, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet:
Schraubenhändler Reinhold Würth hat seiner hohenlohischen Heimat stets die Treue geschworen. Gut ein halbes Jahr nach dem Strafbefehl für seine Steuersünden strebt er nun die österreichische Staatsbürgerschaft an.
“Würth zu verlieren wäre dramatisch”, reagierte Steffen Schoch, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken im ersten Schrecken auf die Nachricht, dass die Würth-Gruppe ihre Auslandsgeschäfte künftig von Rorschach in der Schweiz aus lenken werde. Das ist laut Schoch “ein Zeichen, das man sehr ernst nehmen muss”. Den Grund dafür kann allerdings auch er nur vermuten. “Vielleicht ist es eine Reaktion auf die politischen Tendenzen in Deutschland”, rätselt der oberste Wirtschaftsförderer Nordwürttembergs und tröstet sich gleichzeitig selbst: “In Zukunft ist das vielleicht anders, aber solange es Reinhold Würth gibt, kann ich mir weitere Konsequenzen nicht vorstellen.”
… Der Künzelsauer Bürgermeister Volker Lenz “bedauert” zwar, dass die Geschäfte des Schraubenkonzerns Würth künftig überwiegend von der Schweiz aus gesteuert werden. “Man muss schon überlegen, warum immer mehr Wohn- beziehungsweise Betriebssitze in die Schweiz oder nach Österreich verlegt werden”, sinniert der Rathauschef und befürchtet, dass die Künzelsauer Steuereinnahmen “deshalb nicht gerade steigen werden”. Die Stadtväter, die ihrem Ehrenbürger Reinhold Würth den größten Teil ihrer Gewerbesteuereinnahmen verdanken, müssen ohnehin derzeit zwei weitere Rückschläge verkraften.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1903818_0_2147_mit-folgen-fuer-die-wirtschaftsregion-reinhold-wuerth-will-oesterreicher-werden.html