Prägende Figur des Südwest-Liberalismus

FDP gedenkt Reinhold Maier zum 40. Todestag

19.08.2011 - (Stuttgart/Schorndorf) Zum 40. Todestag begingen die FDP Baden-Württemberg, die FDP/DVP Landtagsfraktion, die Reinhold-Maier-Stiftung und die Stadt Schorndorf am heutigen Tag im Gedenken an Dr. Reinhold Maier, den ersten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, langjährigen Ministerpräsident Württemberg-Badens und Bundesvorsitzenden der FDP, eine Gedenkstunde an seinem Grab auf dem Alten Friedhof in Schorndorf mit einer feierlichen Kranzniederlegung.

Horst Reingruber, Erster Bürgermeister der Stadt Schorndorf, brachte in seinen Worten die Dankbarkeit der Stadt zum Ausdruck. „Wir gedenken heute seiner historischen Leistung als Vorkämpfer für Baden-Württemberg“, so Reingruber. Als hoch angesehener erster Ministerpräsident des Landes hätte er jedoch stets die Belange des ländlichen Raums und der kleinen Gemeinden im Auge gehabt. Geprägt durch das Remstal, seine Herkunft, hätte er den Begriff der „Graswurzeldemokratie“ geprägt und diese Politik einer „Demokratie, die bei den Bürgern beginnt“, mit Leben erfüllt und so zur Maxime des Südwestens in Deutschland gemacht.

Für die FDP/DVP-Landtagsfraktion und die Reinhold-Maier-Stiftung rief der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jochen Haußmann die bleibende Würdigung ins Gedächtnis. „Wir erinnern uns dabei an einen Menschen, der die wechselhafte deutsche Geschichte widerspiegelt und an einen Staatsmann, dem unser Bundesland sehr viel zu verdanken hat“, so der Schorndorfer Landtagsabgeordnete. Er erinnerte daran, dass Reinhold Maier damit verantwortlich war für die bisher einzige erfolgreiche Länderfusion der bundesdeutschen Geschichte. „Mit seinen Weggefährten Theodor Heuss und Wolfgang Haußmann ist Reinhold Maier sicherlich die prägende Figur des Südwest-Liberalismus“, so Jochen Haußmann, der auch in seiner Funktion als Verwaltungsratsmitglied der Reinhold-Maier-Stiftung zu den Gästen der Gedenkstunde sprach. Er erinnerte in seinen Ausführungen an den bewegten Lebenslauf Maiers, der durch die Kriegszeiten und die Zeit des nationalsozialistischen Unrechts geprägt war. Zugleich rief er die Bescheidenheit im Auftreten Maiers ins Gedächtnis und seine Einstellung, die dieser in die Worte gefasst hat: „Es mag einer noch so hoch gestiegen sein, er darf nicht vergessen, woher er selbst gekommen ist. Keiner soll sich über seine Mitbürger erheben. Sie wollen Volksmänner mit eigenen Standpunkten. Sie wollen ein Ja oder Nein hören und keine Redensarten dazwischen.“

Ulrich Theurer, Ehrenvorsitzender der FDP Rems-Murr, sprach auch für die Landespartei. Er erinnerte an seine erste Begegnung mit dem FDP-Politiker, der in seiner Tätigkeit auch den Bundesverband der Partei in schweren Zeiten mit ruhiger Hand erfolgreich geführt hatte. Reinhold Maier sei ein Mann der konkreten Politik gewesen. „Wo stehen wir nach der größten Katastrophe in der deutschen Geschichte?“, sei Maiers große Frage in der Zeit des Wiederaufbaus gewesen, für die er tatkräftig nach einer Antwort suchte, so Theurer. Das bedeutete auch, dass er gegenüber den Besatzungsmächten stets Willen und Durchsetzungskraft gezeigt hatte. „Die Bevölkerung honorierte diese Art der Selbstbehauptung, und zwar so erfolgreich, dass er zur Legende wurde“, führte der FDP-Politiker aus. Dass Demokratie nur wachsen und gedeihen kann, wenn auch in den Regierungskreisen demokratisch gedacht wird, sei Maiers prägende Überzeugung gewesen. Dass dies auch dazu führen kann, einen Streit auszuhalten und zu einem Ende zu bringen, hatte Maier selbst gesagt: „Eine Meinungsverschiedenheit, auch eine noch so leidenschaftliche, muss einmal ihr Ende finden“, so Maier in der Debatte um die Einführung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik Mitte der 50er Jahre. Eine Aussage, die bis zum heutigen Tag nichts an ihrer Gültigkeit verloren habe.

 

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