Björn Steiger Stiftung und Deutsches Rotes Kreuz ernennen Goll zum Justizminister des Herzens

Prof. Dr. Ulrich Goll MdL
17.11.2004 - (Stuttgart) Als erster Justizminister in Deutschland hat sich heute der baden-württembergische Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) in Stuttgart zum Lebensretter bei plötzlichem Herzversagen ausbilden lassen.
Der Justizminister löste damit sein Versprechen ein, das er dem Präsidenten der Björn Steiger Stiftung, Siegfried Steiger, anlässlich einer Präsidialratsitzung der Stiftung Ende Oktober 2002 gegeben hatte. Als Goll nur kurze Zeit später überraschend aus dem Amt geschieden und im August dieses Jahres ebenso überraschend an die Spitze des Justizministeriums zurückgekehrt war, erinnerte er sich noch sehr genau an sein Versprechen.
Unter der sachkundigen Anleitung von Jörn Fries, Geschäftsführer der Steiger-Stiftung und Instruktor für Erst- und Frühdefibrillation, sowie von Klaus Schumacher, Kreisausbildungsleiter des Deutschen Roten Kreuz´ in Stuttgart, frischte Goll zunächst seine Kenntnisse in der Herz-Lungen-Wiederbelebung auf.
Erstmals machte sich der Minister dann mit dem Umgang des lebensrettenden automatisierten externen Defibrillators (AED) vertraut. ?Die Anwendung eines Defibrillators ist lange nicht so schwer, wie ich dachte. Jedenfalls werden die meisten weitaus größere Schwierigkeiten damit haben, ´Defibrillator´ auszusprechen, als ihn fachgerecht zu benutzen. Dies und die lebensrettenden Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung sollte möglichst jeder beherrschen?, ermunterte Goll nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung zur Nachahmung.

Prompt unterstrich Ministerialdirektor Michael Steindorfner, dass das Anliegen im Justizministerium Chefsache ist: Auch er ließ sich erfolgreich in die Handhabung des Defibrillators einweisen.
Siegfried Steiger dankte Goll für sein vorbildliches Engagement und überreichte ihm anschließend eine Urkunde, die ihn als „Justizminister des Herzens“ auszeichnete. Zugleich forderte Steiger die Politik auf, sich noch stärker als bisher im Kampf gegen den plötzlichen Herztod zu engagieren.
„Der weitgehend vermeidbare Tod von jährlich rund 130.000 Menschen, die in Deutschland am plötzlichen Herztod sterben, ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Steiger. „Acht von zehn Betroffenen könnten das Herzversagen überleben, wenn ihnen innerhalb von drei bis fünf Minuten geholfen würde“, so Steiger weiter. Die Unterweisung in den lebensrettenden Maßnahmen der ersten Hilfe dürfe, so Steiger, nicht erst mit dem Führerscheinerwerb beginnen, sondern müsse bereits in den Kindergärten und Grundschulen erfolgen. Die politisch Verantwortlichen müssten hierfür die notwendigen Voraussetzungen schaffen.
Der Anwendung eines AEDs kommt bei der Laienhilfe eine ganz besondere Rolle zu. Je früher die Defibrillation erfolgt, desto größer ist die Überlebenschance des vom plötzlichen Herztod Betroffenen. Die Björn Steiger Stiftung setzt sich deshalb seit langem für die Breitenausbildung der Bevölkerung in Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Frühdefibrillation sowie die Aufstellung von AED-Geräten an öffentlichen Plätzen ein.
Eine Vorreiterrolle hat dabei die baden-württembergische Landeshauptstadt. In Stuttgart werden an rund 100 verschiedenen Stellen mehr als 250 dieser lebensrettenden Geräte vorgehalten. Als Beispiele nannte Steiger unter anderem den Stadtteil Degerloch, die Hallen- und Freibäder der Kur- und Bäderbetriebe, die Ausflugsschiffe der Neckar-Personenschifffahrt und den Landtag von Baden-Württemberg.

 

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