Bachmann: Wir wollen Quantensprung bei Darstellender Kunst

FDP/DVP-Landtagsfraktion setzt auf Gelingen der Pläne für neue Akademie

26.07.2007 - In einer Landtagsdebatte über das ?Gesetz zur Änderung des Film- und Popakademiegesetzes und des Zweiten Hochschulrechtsänderungsgesetzes? sagte der hochschulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann:

?Die Landesregierung will in Sachen darstellende Kunst einen Quantensprung in die Wege leiten. Dabei steht außer Frage, dass wir in vielen Disziplinen schon an der Spitze stehen.

Die Arbeit des wenige Meter von hier spielenden Balletts genießt seit Jahrzehnten höchste internationale Anerkennung. Auch bei der Staatsoper haben wir uns an die Würdigung als „Oper des Jahres“ schon fast gewöhnt. Und jetzt hat auch das Schauspiel mit der Auszeichnung „Theater des Jahres“ in die Liga der Jahresbesten aufge-schlossen.

Als Zuschauer und Beobachter der Szene kommt man zu dem Schluss, dass die Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, deren 150 jähriges Gründungsdatum wir dieses Jahr feiern durften, gar nicht so schlecht sein kann. Kein geringerer als Harald Schmidt hat bewiesen, dass die Schauspielausbildung hier in Stuttgart Erfolgen im Fernsehen nicht abträglich ist. Auch die Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und der Filmakademie Ludwigsburg sind hervorragend auf das Berufsleben vorbereitet.

Warum also eine Akademie für Darstellende Kunst mit Kosten, die sich von 2007 bis 2013 auf jährlich mindestens 2 Mio. € belaufen? Warum Geld aus Zuschüssen an die bestehenden Hochschulen und Akademien abziehen? Warum die Gefahr in Kauf nehmen, dass die bei bestehenden Einrichtungen erreichte Qualität durch diesen Aderlass womöglich gefährdet wird? Die Antwort ist ganz einfach: Ohne die neue Akademie ist der von der Landesregierung beabsichtigte Quantensprung nicht zu erzielen.

Ich zitiere aus der Begründung des Gesetzentwurfes: „In allen Studiengängen soll eine Verknüpfung mit der Filmausbildung erfolgen, die es so bisher in Deutschland nicht gibt.“ Dies ist der Kern, das Neue an dem Projekt.

Aufbauend auf der hier in Stuttgart erreichten Spitzenstellung im Bereich des Schau-spiels soll nun auch im Bereich des Films in Ludwigsburg eine Spitzenstellung er-reicht werden. Das war die Ausgangslage im April. Zwischenzeitlich hatte der Hochschulrat der Musikhochschule Stuttgart allerdings beschlossen, aus dem Projekt aus-zusteigen. Bleibt es dabei, stünden aus der Stuttgarter Schauspielschule keine Schauspieler für die Akademie zur Verfügung. Später hat der Hochschulrat diesen Beschluss relativiert. Und heute ist die abschließende Behandlung des Gesetzes, das gegenüber der im Ausschuss einstimmig verabschiedeten Fassung keine Ände-rungen aufweist. In diesem Gesetz ist die Stuttgarter Schauspielschule ausdrücklich einbezogen.

Mit dem Ihnen vorliegenden Entschließungsantrag zeigen die Fraktionen von CDU und FDP/DVP den weiteren Weg auf. Es gibt theoretisch drei Optionen.

Option A: Die Akademie für Darstellende Kunst wird in der ursprünglich vorgesehe-nen Form mit der Musikhochschule Stuttgart verwirklicht. Das ist das im Gesetzentwurf vorgesehene Modell - und es ist immer noch das mit Abstand beste Modell.

Option B: Die Stuttgarter Schauspielschule wirkt nicht an der Akademie mit. Ohne Schauspieler ist die Akademie aber nicht zu verwirklichen. Deshalb würde an der neuen Akademie ein ganz neuer, eigener Studiengang „Filmschauspiel“ eingerichtet, der sich eindeutig vom vorhandenen Studiengang „Schauspiel“ der Musikhochschule Stuttgart unterscheiden muss. Auch dies wäre ein guter Weg. Zum einen brauchen Schauspieler, egal ob auf der Bühne oder beim Film, zwar gewisse Grundfertigkeiten für beide Bereiche. Ab einem gewissen Niveau unterscheiden sich Film und Schauspiel aber dramatisch. Während beim Film die Mikrophone auch die ganz leisen Tö-ne dem Zuschauer perfekt nahe bringen, ist auf der Bühne für die hinteren Zuschau-erreihen Sprachgewalt gefragt. Während auf der Bühne die Zuschauer ab der dritten Reihe die Mimik der Schauspieler kaum noch erkennen, zoomt die Kamera jeden noch so feinen Augenaufschlag groß ins Bild. Deshalb ist die Option B für die Fraktion der FDP/DVP ein durchaus gangbarer Weg, der eines vermeidet - und dieses wollen wir mit Nachdruck vermeiden: Zwei Schauspielschulen in wenigen Kilometern Entfernung auf Kosten der Steuerzahler.

Option C: Das Projekt scheitert. Das kann auch die Opposition nicht wollen, hat sie dem Projekt doch im Ausschuss zugestimmt und es stets in den höchsten Tönen ge-lobt. Und die Koalition aus FDP/DVP und CDU kann dies schon deshalb nicht wollen, weil das Projekt in unserem Koalitionsvertrag verankert ist. Wir wollen es aber nicht nur aus Vertragstreue, sondern aus Überzeugung. Wir wollen, dass Baden-Württemberg in Sachen Darstellende Kunst den von der Landesregierung geplanten Quantensprung in die Tat umsetzt.“

 

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